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Theologische Beiträge. Heft 1; 51(2020)

By: Material type: Continuing resourceSet: Theologische BeiträgePublisher: Witten SCM R. Brockhaus 2020Edition: 51,H.1ISSN:
  • 0342-2372
Review: BIBLISCHE BESINNUNG Michael Herbst: Jakobus und Paulus – werden die noch Freunde? Predigt zu Jakobus 2,14–26 AUFSÄTZE Ralf-Thomas Klein Analytische Theologie – Irrweg oder Fortschritt? Analytic theology is the attempt to discuss matters of systematic theology with the means of analytic philosophy. In recent years this movement gained prominence in the anglo-saxon world but it is also growing in German speaking countries. The strength of this theological approach lies in its focus on the precise use of language and its transparent use of premises. This encourages rational discourse and new insights into the field. Critics of analytic theology say that it practices neo-scholastic quibbling or, even worse, idolatry. This article intends to show that these allegations are of no avail. However, the warning that philosophy must not overtake theology is to be taken seriously, though it referes to the misuse of philosophy and not its proper use. Hence, I welcome the development of analytic theology and plead for its careful use within the realm of theology. Daniel Zimmermann Entschieden in Gott. Die Lehre vom unfreien Willen als Implikat der evangelischen sola gratia-Lehre. The shibboleth of Lutheran theology is the doctrine of unfree will: within it culminate hamartiology and soteriology. To put it briefly, the servum arbitrium is the anthropological correlate to the Reformation sola gratia. The thirteen theses presented here aim to substantiate this central doctrine in a concentrated and comprehensible manner Klaus Haacker War das Grab Jesu wirklich leer? The article questions the claim of some scholars that the body of Jesus was not buried in a grave which the disciples of Jesus knew and could inspect. Instead they argue that Jesus was buried by his enemies in a grave of “shame”. On the other hand it underlines – contrary to a popular term – that the tomb was not “empty” and points out that according to John 20:6-8 the graveclothes of Jesus where found in a condition which excluded the idea that the body of Jesus had been removed by human hands. QUELLE Karl Heim Wer kann Pfarrer werden? Eine Provokation. BÜCHER EDITORIAL In diesem Heft erwarten Sie klassische und zentrale Fragen der Theologie in aktueller Zuspitzung. Die Predigt stellt sich der alten, aber unverändert aktuellen Streitfrage: Glaube oder Werke; Glaube ohne Werke oder Glaube unbedingt mit Werken; biblisch-theologisch oft verhandelt als „Paulus oder Jakobus“? Wie Michael Herbst im philippinischen Anschluss an Melanchthon votiert und welche Lösung er anbietet – lesen Sie selbst! Der kleine, aber feine Aufsatz über „analytische Theologie“ von Thomas Klein führt zunächst in eine philosophische Richtung ein, die im angelsächsischen Raum zum Mainstream gehört und dominant geworden ist, von der deutschen Theologie allerdings – zu ihrem Schaden – bisher kaum registriert wurde. Der Beitrag zeigt exemplarisch, wie sich Theologie durch Philosophie fruchtbar herausfordern lassen, ja von ihr lernen kann und wo sie sich zu Einspruch und Widerspruch herausgefordert sehen muss, nämlich da, wo Menschen in der Gefahr stehen, sich und ihre Gedankenkonstrukte zu verabsolutieren und damit die Hörfähigkeit – auch gegenüber Gott einzubüßen. Auch der dritte Beitrag nimmt ein klassisches Thema auf: Daniel Zimmermann kehrt in kritischem Gegenüber zu üblich gewordenen neuprotestantischen Selbstbespiegelungsund Vergewisserungstheorien das Gefälle von Gottes Reden und menschlichem Hören vom Kopf auf die Füße. Er rekonstruiert dazu die zentralen Topoi der Auseinandersetzung zwischen dem humanistischen Ansatz des Erasmus und der Lehre vom geknechteten Willen bei Martin Luther. Dabei versucht er eine interessante Rekonstruktion der Korrespondenz von anthropologischer Dimension (unfreier Wille) und theologischer Dimension (sola gratia). Wer Gott ist und was wir sind, schließlich wie diese Welt beschaffen ist, das erfahren wir nach diesem alten, aber nicht veralteten Zugang nicht, wenn wir uns selbst erkennen, sondern darauf sehen, wie sich Gott in dem gekreuzigten Christus offenbart hat. Klaus Haacker widmet sich in seinem Aufsatz einer Frage, die so alt ist wie das Christentum selbst, ja ohne die es christlichen Glauben gar nicht gäbe: War das Grab Jesu wirklich leer? Er setzt sich mit neueren Hypothesen auseinander und plausibilisiert die historische Zuverlässigkeit der Nachricht vom leeren Grab, die den Glauben nicht beweist, ohne die er aber auch nicht denkbar ist – aller den Glauben zur Religion spiritualisierenden Kerygmatisierung zum Trotz. Auch die Frage, wer sich für ein kirchliches Amt eignet, geht bis ins Neue Testament zurück. Die Antwort, die Karl Heim vor rund 90 Jahren formuliert hat, lohnt heute noch die Lektüre, gerade weil sie provoziert – keineswegs nur Pfarrer, Pfarrerinnen und alle, die sich auf dieses Amt vorbereiten. Acht Rezensionen – zur Generation Lobpreis, zu Luthers Aktualität, zur Kirchensoziologie, zu Theologie und Exegese des Alten Testaments, zum Hebräerbrief und zur Neuauflage des ELThG – runden das Heft ab und laden selbst unsere eiligen Leser zum Blättern und Verweilen ein. Heinzpeter Hempelmann und Reiner Braun
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BIBLISCHE BESINNUNG Michael Herbst: Jakobus und Paulus – werden die noch Freunde? Predigt zu Jakobus 2,14–26 AUFSÄTZE Ralf-Thomas Klein Analytische Theologie – Irrweg oder Fortschritt? Analytic theology is the attempt to discuss matters of systematic theology with the means of analytic philosophy. In recent years this movement gained prominence in the anglo-saxon world but it is also growing in German speaking countries. The strength of this theological approach lies in its focus on the precise use of language and its transparent use of premises. This encourages rational discourse and new insights into the field. Critics of analytic theology say that it practices neo-scholastic quibbling or, even worse, idolatry. This article intends to show that these allegations are of no avail. However, the warning that philosophy must not overtake theology is to be taken seriously, though it referes to the misuse of philosophy and not its proper use. Hence, I welcome the development of analytic theology and plead for its careful use within the realm of theology. Daniel Zimmermann Entschieden in Gott. Die Lehre vom unfreien Willen als Implikat der evangelischen sola gratia-Lehre. The shibboleth of Lutheran theology is the doctrine of unfree will: within it culminate hamartiology and soteriology. To put it briefly, the servum arbitrium is the anthropological correlate to the Reformation sola gratia. The thirteen theses presented here aim to substantiate this central doctrine in a concentrated and comprehensible manner Klaus Haacker War das Grab Jesu wirklich leer? The article questions the claim of some scholars that the body of Jesus was not buried in a grave which the disciples of Jesus knew and could inspect. Instead they argue that Jesus was buried by his enemies in a grave of “shame”. On the other hand it underlines – contrary to a popular term – that the tomb was not “empty” and points out that according to John 20:6-8 the graveclothes of Jesus where found in a condition which excluded the idea that the body of Jesus had been removed by human hands. QUELLE Karl Heim Wer kann Pfarrer werden? Eine Provokation. BÜCHER EDITORIAL In diesem Heft erwarten Sie klassische und zentrale Fragen der Theologie in aktueller Zuspitzung. Die Predigt stellt sich der alten, aber unverändert aktuellen Streitfrage: Glaube oder Werke; Glaube ohne Werke oder Glaube unbedingt mit Werken; biblisch-theologisch oft verhandelt als „Paulus oder Jakobus“? Wie Michael Herbst im philippinischen Anschluss an Melanchthon votiert und welche Lösung er anbietet – lesen Sie selbst! Der kleine, aber feine Aufsatz über „analytische Theologie“ von Thomas Klein führt zunächst in eine philosophische Richtung ein, die im angelsächsischen Raum zum Mainstream gehört und dominant geworden ist, von der deutschen Theologie allerdings – zu ihrem Schaden – bisher kaum registriert wurde. Der Beitrag zeigt exemplarisch, wie sich Theologie durch Philosophie fruchtbar herausfordern lassen, ja von ihr lernen kann und wo sie sich zu Einspruch und Widerspruch herausgefordert sehen muss, nämlich da, wo Menschen in der Gefahr stehen, sich und ihre Gedankenkonstrukte zu verabsolutieren und damit die Hörfähigkeit – auch gegenüber Gott einzubüßen. Auch der dritte Beitrag nimmt ein klassisches Thema auf: Daniel Zimmermann kehrt in kritischem Gegenüber zu üblich gewordenen neuprotestantischen Selbstbespiegelungsund Vergewisserungstheorien das Gefälle von Gottes Reden und menschlichem Hören vom Kopf auf die Füße. Er rekonstruiert dazu die zentralen Topoi der Auseinandersetzung zwischen dem humanistischen Ansatz des Erasmus und der Lehre vom geknechteten Willen bei Martin Luther. Dabei versucht er eine interessante Rekonstruktion der Korrespondenz von anthropologischer Dimension (unfreier Wille) und theologischer Dimension (sola gratia). Wer Gott ist und was wir sind, schließlich wie diese Welt beschaffen ist, das erfahren wir nach diesem alten, aber nicht veralteten Zugang nicht, wenn wir uns selbst erkennen, sondern darauf sehen, wie sich Gott in dem gekreuzigten Christus offenbart hat. Klaus Haacker widmet sich in seinem Aufsatz einer Frage, die so alt ist wie das Christentum selbst, ja ohne die es christlichen Glauben gar nicht gäbe: War das Grab Jesu wirklich leer? Er setzt sich mit neueren Hypothesen auseinander und plausibilisiert die historische Zuverlässigkeit der Nachricht vom leeren Grab, die den Glauben nicht beweist, ohne die er aber auch nicht denkbar ist – aller den Glauben zur Religion spiritualisierenden Kerygmatisierung zum Trotz. Auch die Frage, wer sich für ein kirchliches Amt eignet, geht bis ins Neue Testament zurück. Die Antwort, die Karl Heim vor rund 90 Jahren formuliert hat, lohnt heute noch die Lektüre, gerade weil sie provoziert – keineswegs nur Pfarrer, Pfarrerinnen und alle, die sich auf dieses Amt vorbereiten. Acht Rezensionen – zur Generation Lobpreis, zu Luthers Aktualität, zur Kirchensoziologie, zu Theologie und Exegese des Alten Testaments, zum Hebräerbrief und zur Neuauflage des ELThG – runden das Heft ab und laden selbst unsere eiligen Leser zum Blättern und Verweilen ein. Heinzpeter Hempelmann und Reiner Braun

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