Theologische Beiträge. Heft 2; 51(2020)
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Continuing resourceSet: Theologische BeiträgePublisher: Witten SCM R. Brockhaus 2020Edition: 51,H.2ISSN: - 0342-2372
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AWM Korntal Zeitschriftenabteilung | Theologische Beiträge (Browse shelf(Opens below)) | Available | 01186550 |
Schwerpunkt: Genderfragen BIBLISCHE BESINNUNG Reiner Braun: Wer bin ich? Mann oder Frau oder was? Predigt zu 1. Mose 1,27 – Matthäus 22,28–30 – Galater 3,27f – Psalm 139. AUFSÄTZE Heinzpeter Hempelmann: Gender-Mainstreaming und Kirche. Eine kritische Sichtung in konstruktiver Absicht. The author deals with the question what the gender mainstreaming concept (= GM), which is becoming more and more dominant in society and politics, means for the church and for congregations. The starting point of the essay is not a definition of GM, an attempt which always remains unsatisfactory. The author rather focuses on GM's matters of interest. He does not offer a critique from an external point of view but concentrates on GM's concerns and takes them as criteria by which its performance needs to be evaluated. The topics discussed include anthropological, scientific, linguistic-philosophical and ideology-critical points of view. The aim of the essay is not a generalized destructive criticism, but a constructive assessment which asks: What can the church learn from GM? And how, on the other hand, could GM benefit from theological criticism and church practice? Thomas Pola : Am Anfang: Das Ziel! Zum Hauptstrom der Gender-Theorie im Lichte von Gen 1,27.28a (P). Gen 1:27b (“male and female created he them”) sheds light on the mainline of the Gender ideology as represented by Judith Butler. As the Priestly creation account reflects instances of the eschatological prophecy in the OT which became fundamental beliefs in the Early Judaism and in the New Testament (Marc 12:18–27) the intention of P is more eschatological than protological. Although the angels seem to be divided in sexes (according to ShirR Cant 2:7) there is no death and no multiplying among them (PesR 43 [179b]; BerR 8 and 14). The divine commandment to be fruitful and to multiply (Gen 1:28a) was fulfilled by the emergence of the benê Yisra?el in Ex 1:7 (P). Consequently Gen 1:27b aims at the eschatological New Man who is associated in consequence of the Priestly atonement theology (Ex 28:45–46; cf. Ez 37). Those concerned with Gender problems in the present time are invited to identify themselves with the eschatological expectations of P and the New Testament. Beate Schütz: „Aufstiegslieder“. Eine traumatologische Lesung der Wallfahrtspsalmen. In recent years the subject of trauma, its effects and ways of coping has found its way into theological studies as a new hermeneutical key to notoriously “difficult” passages. This has also led to the discovery of a variety of biblical texts as resources for dealing with the consequences of traumatic experiences. Using insights from trauma therapy the author reads the small group of Psalms 120–134, the so-called Psalms of Ascent, as a way of escape, healing and new orientation after a profound experience of near-death. After presenting several striking resonances between the psalms and different aspects of traumatology, she offers some proposals as to how the church might become a healing environment for survivors. DOKUMENTATION Christian Möller: Das Hohelied des Trostes. Predigt zum 100. Geburtstag von Rudolf Bohren über 2. Korinther 1, 3f. BÜCHER EDITORIAL Ein Heft zur Gender-Frage! Sars-Cov2 relativiert manches. Vieles tritt vorübergehend zurück in seiner Bedeutung. Die Frage, wer der Mensch ist und eben auch wie wir unsere Geschlechtlichkeit verstehen, bleibt fundamental. Theologische Arbeit geht darum auch in den ThBeitr weiter. Gender-Mainstreaming (=GM) ist – nach „Homosexualität“ – das neue Feld der Auseinandersetzung. Es geht um das leitende Menschenbild in Gesellschaften, die sich als liberal und in der Tradition der Aufklärung verstehen. In der Debatte um Homosexualität ging es zunächst um den Kampf gegen Diskriminierung, um die Gleichwertigkeit eines zweiten, homosexuellen neben dem heterosexuellen Geschlecht. GM verschärft diese Diskussion. Es fragt viel grundsätzlicher: (1) Gibt es neben Homo- und Heterosexualität nicht noch viele weitere Geschlechter, die auch nach Anerkennung verlangen (vgl. das eingebürgerte Kürzel LGBTQ)? (2) Muß nicht der ganze Geschlechter-Essentialismus dekonstruiert, ja destruiert werden? Gender-Forschung versucht zu zeigen, dass Geschlechter ganz und gar als erlernte Rollen zu begreifen sind. GM-Positionen haben bereits in die Bildungspolitik bis hin zu europäischer Gesetzgebung Eingang gefunden. Auch diese aus dem postmateriellen Milieu stammende sozialemanzipative Bewegung speist sich aus der Erfahrung langer, bitterer und teilweise gewaltsamer Unterdrückung der Betroffenen. Und auch wenn sich radikale Gender-Positionen auf einen postmodernen Individualismus und Konstruktivismus zurückfahren lassen, kann die Auseinandersetzung mit GM dabei nicht stehen bleiben. Eine biblisch-theologisch orientierte Anthropologie wird den Wunsch, endlich wahrgenommen zu werden, nicht übergehen können. Auch wenn die Zahlen etwa der Inter- und Transsexuellen relativ klein sind, sind sie absolut gesehen doch beachtlich. Haben wir nur die Wahl zwischen der Position einer Polarität der Geschlechter, die alles, was nicht „Mann“ oder „Frau“ ist, ausschließt, und einer uferlosen Pluralität der Geschlechter, die nicht nur am biblischen Zeugnis vom Menschen als Mann und Frau vorbeigeht, sondern auch an grundlegenden Befunden von Biologie, Psychologie, Neurologie und Kulturanthropologie? In seiner Predigt „Wer bin ich? Mann oder Frau oder was?“ entfaltet Reiner Braun behutsam, praxisbezogen und konkret seelsorgerliche Hilfen. – Heinzpeter Hempelmann unterzieht Theorieelemente von GM einer kritischen Prüfung in konstruktiver Absicht. Überzeugungen und Anliegen von GM werden nicht nur kritisch analysiert. Sie werden auch daraufhin befragt, was Kirche von GM lernen und wo umgekehrt diese Bewegung von Kirche profitieren kann. – Thomas Pola liefert ein Kapitel biblischer Anthropologie der Geschlechter. Er fragt, wie Gen 1,27f im Licht der Aufhebung der Geschlechtlichkeit im Eschaton (vgl. Mk 12,18ff; Gal 3,27ff) eschatologisch zu verstehen ist. Beate Schütz liest die Aufstiegspsalmen als Weg aus der Tiefe des Traumas zurück ins Leben und gibt der AT-Exegese aber auch der praktischen Theologie interessante interdisziplinäre Impulse. Wie biblische Texte sich helfend und heilend auswirken können, angesichts von Sars-Cov2, entfaltet auch die Predigt von Christian Möller.
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