09343nas#a2200133ucc4500001000800000005001700008022001400025110004100039245004600080250001100126264003500137520900000172773003709172007853920260801081146.0 a0342-23721 aPfarrerinnen- und Pfarrer-Gebetsbund aTheologische BeiträgenHeft 6; 51(2020) a51,H.6 1aWittenbSCM R. Brockhausc20201 aBIBLISCHE BESINNUNG Richard B. Hays: Dunkle Fruchtwerdung: Warten voller Hoffnung. (395–406) AUFSÄTZE Ulrich Heckel: Heiden, Völker und Nationen. Paulinische Einsichten und heutige Perspektiven. (407–423) In the Jewish tradition am/laós is used for the people of Israel, gojim/éthne for the other peoples who live an immoral life without YHWH‘s Torah. For Paul, pagan polemics is not an expression of xenophobia, but a stylistic device for criticizing evildoers in the church. In mission, however, he prefers the self-designation „Greeks“. Through baptism the contrast between Jews and Gentiles belongs to the old aeon since the believers, as a new creation in Christ, are all one (Gal 3:27f; 6:15). Where Christ has created a new man, there is „no longer Greek nor Jew“ (Col 3:10f). This „one new human being“, as a type of renewed humanity in the collective sense, receives an ecclesiological meaning „in one body“, i. e. in the church (Eph 2:15f). Here neither nationalism nor internationalism is valid, but the worldwide ecumenism as unity in reconciled diversity. Ralf Frisch: Eine kurze Geschichte der Gottesvergessenheit. Einige Gedanken zum Zustand der evangelischen Kirche einhundert Jahre nach Karl Barths Revolution der Theologie. (424–439) Reflecting on the former Christian West, how did we arrive at the point of widespread de-churching, increasing loss of social relevance and creeping self-secularization of theology and church? The pointed anamnesis of this problem, in light of the history of Protestantism, culminates in the observation, that faith in man and his social-ethical possibilities, despite all critique of humanism and its gradual demise, assert themselves in the Protestant Church more tenaciously, confidently and with more blue-eyedness than faith in God and the insight into sin and the need for redemption of man. This breaks with fundamental insights of the Reformation and turns the Reformation creed into its de facto legalistic opposite. In order to deal with this theological crisis of the contemporary church, Ralf Frisch proposes to recall God's wholesome otherness and to make Karl Barth's theology dialectically fruitful in a situation where God is forgotten. Einladung zur Diskussion Die Herausgeber der theologischen beiträge laden herzlich zu einer Videokonferenz mit dem Autor ein, an der sich alle Interessierten beteiligen können. Termin: 4. Februar 2021, 18.30 Uhr. KONTROVERS Heinzpeter Hempelmann: Warum die Kirche keine Zukunft hat. 11 Provokationen. (440–456) Michael Herbst: Grüße aus der Bruchbude. Eine Entgegnung. (457–470) BERICHT Armin D. Baum: Wissenschaftliche Schriftauslegung für unsere Zeit. Klaus Haackers erfrischender Kommentar zur Apostelgeschichte. (471–473) BÜCHER: 474–480 EDITORIAL Wir freuen uns, Ihnen mit dieser Ausgabe ein Heft bieten zu können, das nicht nur von der Seitenzahl her umfangreich ist. In den letzten Wochen und Monaten ist eine Fülle profitabler Artikel eingegangen, die wir sehr gern an Sie weitergeben. Wenn Sie von den Heften dieses Jahrgangs profitiert haben, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie anderen davon berichten könnten. Das großartige Engagement des Pfarrerinnen und Pfarrer-Gebetsbundes, für das wir sehr dankbar sind, macht es auch in diesen allgemein schwierigen Zeiten möglich, Theologiestudierenden ein Abonnement für zwei Jahre zu schenken sowie anschließend zu einem reduzierten Preis zu ermöglichen. Umso schöner, wenn Sie diese Zielgruppe darauf aufmerksam machen, die wir aufgrund der Corona-Einschränkungen kaum anders erreichen. Diese Ausgabe ist auch international. So finden Sie unter der Rubrik „Biblische Besinnung“ einen Beitrag aus den USA, der auf besondere Weise die Verbindung zwischen akademischer Theologie, gelebtem Glauben und Gemeindepraxis verdeutlicht. Es folgt ein biblisch-theologischer Beitrag zu den uns begleitenden und beschäftigenden Diskussionen zu Integration und anderen Kulturen. Mit drei Artikeln, von denen einer einen Schweizer Theologen in den Blick nimmt, wagt diese Ausgabe kritische Blicke auf Theologie und Kirche. Wir hoffen damit einen weiteren Beitrag zur anhaltenden Diskussion über die Zukunft der Kirche zu leisten. Freuen Sie sich auf die Lektüre und lassen Sie sich zum weiteren Nachdenken anregen, denn zum „thought provoking“, wie es im Englischen heißt, wollen wir beitragen. Zum Inhalt Die Duke University in North Carolina zählt zu den Spitzenuniversitäten der USA und Richard B. Hays kann zweifelsohne als einer der renommiertesten Neutestamentler des Landes bezeichnet werden. In seinem sehr persönlich gehaltenen Abschiedsvortrag mit deutlich pastoralen Zügen nimmt er vor allem Jesu Rede vom Weizenkorn aus Joh 12 sowie den Hoffnungstext des Apostels Paulus in Röm 8 auf. Dabei zeichnet er ein Bild von Kirche als einem Versammlungsort von Gefallenen. Ulrich Heckel, Professor für Neues Testament in Tübingen und Oberkirchenrat in Stuttgart, widmet sich aus der Perspektive seines Fachgebiets einem aktuellen Thema in einer multikulturellen Gesellschaft und fragt nach „Heiden, Völker(n) und Nationen“. Die besondere Stärke des Textes besteht gerade darin, dass Heckel den Begriffen nachgeht und zentrale paulinische Texte auslegt. Damit bietet er wichtige biblisch-theologische Einsichten für heutige Auseinandersetzungen. Zum Barthjahr 2019 veröffentlichte der Theologische Verlag Zürich ein Buch mit dem provozierenden Titel: „Alles gut. Warum Karl Barths Theologie ihre beste Zeit noch vor sich hat“. Der Verfasser Ralf Frisch, Professor für Systematische Theologie und Philosophie, nimmt uns in seiner kurzen „Geschichte der Gottvergessenheit“ hinein in die neuzeitliche Theologiegeschichte und stellt dabei aktuelle Anfragen an Theologie und Kirche. So hinterfragt er die Ethisierung des Glaubens seit Kant und wirbt mit Barth für die Gottesrede. „Kirche ist Zukunft“ hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) unlängst zu ihrer Synode getitelt und damit die vielfachen Fragen nach der Zukunft der Kirche bzw. nach einer Kirche der Zukunft aufgenommen. Dabei ist die Rede von der Krise oder gar den Krisen der Kirche allgegenwärtig und wird die Kirche(n) auch zukünftig begleiten. Gleichfalls ist die Krisenrhetorik nicht neu, vielmehr begegnet sie an wichtigen Stellen in der Kirchengeschichte, oftmals mit Erneuerungsbestrebungen und Erweckung verbunden. Ein deutlich düstereres Zukunftsbild zeichnet hier Heinzpeter Hempelmann, Systematischer Theologe und Philosoph sowie früherer Herausgeber der Theologischen Beiträge, indem er für die vorfindliche Kirche keineZukunft sieht und dies mit entsprechenden Beobachtungen untermauert. Mit seinen Thesen hat er bereits im Herausgeberkreis eine Kontroverse ausgelöst. War es für die einen der Weckruf des Jona in Ninive, die sie sich an Offb 3,1 erinnert fühlten („Du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot.“), so war es für andere ein Stakkato apodiktischer Urteile ohne ausreichende Differenzierung. Mit seinen „Grüße[n] aus der Bruchbude“ nimmt Michael Herbst, Professor für Praktische Theologie in Greifswald und ebenfalls ehemaliger Herausgeber der Theologischen Beiträge, die Thesen auf, stimmt diesen durchaus auch zu, setzt ihnen jedoch andere Wahrnehmungen entgegen. So kommt er zu einem gegenteiligen Ergebnis. Wir freuen uns, dass wir mit diesen beiden profilierten Artikeln unter der Rubrik Kontrovers ein gemeinsames Ringen um die Kirche aufzeigen können, das gerade auch darin besteht, aus der eigenen Perspektive verfehlte Entwicklungen und Entscheidungen in Kirche und Theologie aufzuzeigen. Dabei hoffen wir auf weitere Dispute. Denn in Zustimmung und Ablehnung schärft sich die eigene Position. Leserinnen und Leser zum gemeinsamen Mitdenken eingeladen Künftig planen wir regelmäßige ZOOMinare mit denen, die Artikel verfasst bzw. bereits veröffentlich haben. Dazu sind alle Leserinnen und Leser herzlich eingeladen. Wir möchten Sie stärker interaktiv an der Zeitschrift beteiligen und ein Diskussionsformat ohne lange Anfahrtswege eröffnen. Für das erste ZOOMinar Anfang Februar konnten wir Prof. Dr. Ralf Frisch (Nürnberg) zu seinem genannten Artikel gewinnen. Weitere Informationen finden Sie dazu auf unserer Homepage: www.theologische-beiträge.de. Falls Sie weitere Anregungen haben oder etwas kommentieren wollen, schreiben Sie uns! Wir freuen uns über den Kontakt zu Ihnen! Und: Bleiben Sie in diesen herausfordernden und turbulenten Zeiten von dem Gott behütet, der seine Engel auch heute noch angesichts der Geburt seines Sohnes sagen lässt: „Fürchtet euch nicht!“ Reiner Braun und Martin Reppenhagen, Herausgeber18w0030058tTheologische Beiträge