05723nas#a2200133ucc4500001000800000005001700008022001400025110004100039245004600080250001100126264003500137520538000172773003705552008165020260801081249.0 a0342-23721 aPfarrerinnen- und Pfarrer-Gebetsbund aTheologische BeiträgenHeft 1; 54(2023) a54,H.1 1aWittenbSCM R. Brockhausc20231 aBIBLISCHE BESINNUNG Paul-Ulrich Lenz: Ist die Kirche noch zu retten? Bibelarbeit zu Offenbarung 12, 1–6. (2–5) AUFSÄTZE Hanna Stettler: Unsterblichkeit der Seele und Auferstehung der Toten im Neuen Testament. Die frühjüdischen Schriften als Achillesferse der Ganztodtheorie. (6–25) For almost 100 years, especially in German-speaking Protestant scholarship, there has been a debate about the so-called theory of entire death. Its proponents claim that there is a contradiction between the expectation of resurrection and the belief in the immortality of the soul, and that. only the former is biblical, while the latter is Platonistic. Therefore, they hold that at death the whole person, including the soul, dies. The present essay objects to the entire-death theory without endorsing a Platonistic view of the soul. It argues from the early Jewish background of the New Testament that resurrection and immortality are not to be seen as opposites but belong together. In early Judaism, anyone who believed in the resurrection also believed in the immortality as well as in a disembodied intermediate state of the soul until the resurrection on the Last Day. This view is presupposed in the NT. In particular, Mt 10:28; Lk 23:43 and 1Cor 5:1–8 and Phil 1:21–23 testify that Jesus and Paul reckoned with such an intermediate state, in which the soul of deceased believers may already be with Jesus. Johannes Demandt: Bewegender Pietismus. (26–36) In contrast to the predominantly negative connotation of the era of Pietism (17th/18th century) in the public today, the author emphasizes the positive power of this inner-church and extra-church movement. With a heartfelt piety based on the Bible, Pietists advocated community forms in which men and women from all social classes could live with their charisma on an equal footing. Their cross-denominational witness to the love of God in Jesus Christ, their strong social-diaconal commitment and their advocacy of religious tolerance initiated social changes that are still effective today. DOKUMENTATION Wolf-Friedrich Schäufele: Zwischen Schöpfung und Erlösung. Predigt im Universitätsgottesdienst. (37–41) Michael Heymel: Was ich aus Bohrens Predigtlehre für mein Predigen gelernt habe. (42–46) BERICHT Johannes Zimmermann: Gemeindegründung und christliche Mission im säkularen Westen. Zwei bemerkenswerte Buchveröffentlichungen des niederländischen Missionswissenschaftlers Stefan Paas. (47–54) BÜCHER: 55–64 EDITORIAL Die apokalyptischen Bilder der Bibel, v. a. aus der Offenbarung des Johannes erleben in diesen Tagen eine besondere Aktualität und Renaissance – mit Blick auf den Lauf der Welt wie auch auf die Zukunft der Kirche. Doch wie sind diese Bilder zu deuten und wie lassen sie sich in unseren Debatten aufnehmen? Konkret gefragt: „Wer ist diese Frau“, die sich in Offb 12 mit der Sonne bekleidet? In seiner Bibelarbeit geht Paul-Ulrich Lenz dem nach und macht interessante Entdeckungen mit Blick auf die Gemeinde, die stets gefährdet war und leicht nach eigenen Sicherheiten sucht. Für die Ganztodtheorie (Annihilation) lassen sich so manche Theologen des 20. Jahr­hunderts von Karl Barth bis hin zu John Stott benennen, sodass diese Theorie eine gewisse Prominenz entwickelt hat. Hanna Stettler widerspricht ihr unter Bezug auf den frühjüdischen Hintergrund der neutestamentlichen Aussagen. Dabei verweist sie auf die Unterschiede im hebräischen und griechischen Denken, geht dem Verständnis von Seele nach und untermauert ihren Widerspruch biblisch. Dass der Begriff „Pietist“ pejorativ gebraucht wird, begegnet schon früh in der Geschichte des Pietismus. Dennoch setzte der Pietismus wichtige Akzente in der Kirchengeschichte. Johannes Demandt stellt namhafte Vertreter vor und zieht Linien in die Gegenwart. Bereits an dieser Stelle sei auf sein jüngst erschienenes Opus Magnum verwiesen, das in diesem Heft vorgestellt wird. In seiner Universitätspredigt verweist Wolf-Friedrich-Schäufele auf den untrennbaren Bezug von Schöpfung und Erlösung: „Der eine Gott ist zugleich Schöpfer und Erlöser. Der Schöpfer ist der Erlöser, und der Erlöser ist der Schöpfer.“ (37) Dem gilt es vice versa nachzugehen, denn Gott erhält und erlöst. Von Rudolf Bohrens Predigtlehre, die einen Teil der älteren Generation geprägt, hat gehen noch heute wertvolle Impulse aus. Mit persönlichen Worten und mit Bezug auf die eigene Predigterfahrung bietet Michael Heymel Einblicke in Lernerfahrungen mit dieser Homiletik. Mit seinem Buchbericht stellt Johannes Zimmermann zwei in Englisch erschienene Bücher des niederländischen Missionstheologen Stefan Paas vor, die wichtige Impulse auch für die deutsche Diskussion um neue Gemeindeformen und die zukünftige Mission von Kirche bieten. Vergleichbares gilt gewiss auch für die sich anschließenden Rezensionen. Bei allem hoffen wir und wünschen uns, dass auch dieses Heft dazu beiträgt, Theologie als Wissenschaft um der Kirche und der Gemeinde willen wahrzunehmen und für den Dienst wie für die eigene geistliche Existenz fruchtbar zu machen. Ihre Herausgeber Reiner Braun und Martin Reppenhagen18w0030058tTheologische Beiträge